Politische An- und Absagen zur UEK

Ein klei­ner Rück­blick auf Äuße­run­gen nam­haf­ter Poli­ti­ker im Zusam­men­hang mit der Dis­kus­si­on um die Zen­tral­kli­nik in Georgsheil.

Zusammengestellt von Hans-Gerd Meyerholz

Land­rat Harm-Uwe Weber:

hmw"In der Tat habe ich im Land­rats­wahl­kampf erklärt, den Stand­ort Nor­den erhal­ten bzw. ihn nicht zuguns­ten von Aurich abwirt­schaf­ten zu wol­len. Die­se Posi­ti­on habe ich auch heu­te noch. Durch das Ange­bot der Emder in Bezug auf Georgs­heil hat sich indes­sen die Situa­ti­on völ­lig geän­dert. Die kreis­in­ter­ne Kon­kur­renz­si­tua­ti­on zwi­schen Aurich und Nor­den hat sich dadurch aufgelöst!"

Es geht Weber also gar nicht um die vom Kreis­tag auch mit sei­ner Stim­me beschlos­se­ne Sanie­rung der UEK in Nor­den und Aurich, son­dern um die Been­di­gung der kreis­in­ter­nen Kon­kur­renz­si­tua­ti­on zwi­schen die­sen bei­den Städ­ten. Damit opfert Weber alle Vor­tei­le einer sanier­ten UEK an den Stand­or­ten Nor­den und Aurich.


 

Fried­rich Völ­ler (Bür­ger­meis­ter in Wies­moor) wird am 19.1. 2015 in den ON wie folgt zitiert:

völler"An dem Neu­bau in Georgs­heil geht aus öko­no­mi­schen Grün­den kein Weg vor­bei. Die Wies­moo­rer kön­nen die Dis­kus­si­on ent­spannt betrach­ten. Sie kön­nen zwi­schen den Kran­ken­häu­sern in Witt­mund, San­der­busch, Wes­ter­stede, Leer und Aurich wäh­len. Die Qua­li­tät der Fach­ab­tei­lun­gen spielt hier eine Rol­le, nicht die Ent­fer­nung zu den Häusern."

Abge­se­hen davon, dass die Qua­li­tät der Kran­ken­häu­ser natür­lich für alle ande­ren Ein­woh­ner des Land­krei­ses auch von größ­ter Bedeu­tung ist, soll­te der Bür­ger­meis­ter nicht ver­ges­sen, dass Wies­moor Jahr für Jahr zwi­schen 5 und 6 Mil­lio­nen Euro Kreis­um­la­ge an den Land­kreis über­weist und die­ses Geld u.a. dafür ver­wen­det wird, die Ver­lus­te der UEK zu bezah­len. Für Völ­ler scheint es sinn­vol­ler, meh­re­re 100 Mil­lio­nen in eine Zen­tral­kli­nik in Georgs­heil zu inves­tie­ren, als die auch mit sei­ner Stim­me beschlos­se­ne Sanie­rung der UEK in Nor­den und Aurich durch­zu­füh­ren, um die wohn­ort­na­he Kran­ken­ver­sor­gung zu erhalten.


 

Der Ober­bür­ger­meis­ter Bor­n­e­mann von Emden wird in der Emder Zei­tung wie folgt zitiert:

bornemann-224x300"Behaup­tun­gen, nach denen eine Pri­va­ti­sie­rung des Emder Kran­ken­hau­ses ange­strebt wer­de und ein Unter­neh­men bereits Inter­es­se bekun­det habe, sei­en falsch."

Das möch­te man Bor­n­e­mann glau­ben, doch war­um wird den Bür­gern dann ein­ge­re­det, durch eine Zen­tral­kli­nik in Georgs­heil wer­de die Pri­va­ti­sie­rung der UEK ver­hin­dert? Die­se Aus­sa­ge wird wider bes­se­ren Wis­sens immer wie­der gemacht, so auch von den Bür­ger­meis­tern des Land­krei­ses Aurich, wie in den ON vom 17.2.2015 nach­zu­le­sen ist:

"Mit einer Zen­tral­kli­nik kön­ne einer dro­hen­den Pri­va­ti­sie­rung in der Kran­ken­haus­ver­sor­gung ent­ge­gen­ge­wirkt werden."

Dabei ist das Gegen­teil der Fall, denn die Sanie­rung der UEK wur­de beschlos­sen, um die Pri­va­ti­sie­rung des Kran­ken­hau­ses zu ver­hin­dern und die wohn­ort­na­he Kran­ken­ver­sor­gung zu erhalten!


 

Merk­wür­dig klingt auch die Äuße­rung des Bür­ger­meis­ters Frank Süßen von Süd­brook­mer­land, wenn er sei­ne  Kol­le­gen aus den benach­bar­ten Kom­mu­nen auffordert:

"Sprin­gen sie über den Schat­ten ihres Kirchturmes.“

60Das Ein­tre­ten für den Erhalt der UEK in Nor­den und Aurich ist also "Kirch­turm­den­ken"!? Und wie lässt sich dann die For­de­rung Süßens ver­ste­hen, die Kran­ken­häu­ser in Nor­den und Aurich auf­zu­ge­ben und statt­des­sen eine Zen­tral­kli­nik in Georgs­heil zu bau­en? Recht hat Süßen natür­lich, wenn er die Groß­kli­nik als Chan­ce für Süd­brook­mer­land sieht. Sei­ne Visi­on „die Zen­tral­kli­nik ist zukünf­tig durch PKWs, Bus­se und Bahn für jeder­mann schnell zu errei­chen“ hat sich ja inzwi­schen in Luft auf­ge­löst, wor­über die Moor­dor­fer – und auch Bür­ger­meis­ter Süßen (?)…

Warum? Bürgermeister fordern Bau der Zentralklinik

von Sigrid Griesel und Hans-Gerd Meyerholz

 

Aurich (gfa)Die Bür­ger­meis­ter des Land­krei­ses Aurich (es feh­len nur die Bür­ger­meis­ter von Aurich, Nor­den und Nor­der­ney!) haben sich ein­stim­mig für eine Zen­tral­kli­nik in Georgs­heil aus­ge­spro­chen. Grund­la­ge für das Votum ist aus­schließ­lich die Mach­bar­keits­stu­die des Bera­tungs­un­ter­neh­mens BDO. Hät­ten sich die Bür­ger­meis­ter die Mühe gemacht, wenigs­tens einen Blick in das Bre­­de­horst-Gut­ach­­ten zu wer­fen, hät­ten sie gewusst, dass die UEK mit ihren Stand­or­ten in Nor­den und Aurich saniert wer­den und in Zukunft wie­der schwar­ze Zah­len schrei­ben kann.

Das lässt ver­mu­ten, dass es den Bür­ger­meis­tern weni­ger um die Sache, als viel­mehr um eine Soli­da­ri­täts­er­klä­rung gegen­über dem Land­rat Harm-Uwe Weber ging.

Unbenannt - 3Lei­der schü­ren auch die Bür­ger­meis­ter die Ängs­te der Kli­nik­mit­ar­bei­ter und Bür­ger, wenn sie mit einer Pri­va­ti­sie­rung der UEK dro­hen, falls es nicht zu einer Zen­tral­kli­nik kommt. Dies geschieht wider bes­se­ren Wis­sens, denn der Kreis­tag und der Auf­sichts­rat der Ubbo-Emmi­us-Kli­­nik (UEK) haben die Sanie­rung der Kran­ken­häu­ser in Nor­den und Aurich beschlos­sen, um die­se in der Trä­ger­schaft und Ver­ant­wor­tung des Land­krei­ses zu belas­sen und damit eine Pri­va­ti­sie­rung zu ver­hin­dern. Das müss­te zumin­dest der Bür­ger­meis­ter von Wies­moor wis­sen, der ja der Sanie­rung in sei­ner Eigen­schaft als Kreis­tags­ab­ge­ord­ne­ter zuge­stimmt hat.

Die Bür­ger­meis­ter wei­sen dar­auf hin, dass die Not­fall­ver­sor­gung im Fal­le einer Zen­tral­kli­nik gewähr­leis­tet bleibt. Das stand nie in Zwei­fel, denn der Land­kreis ist gesetz­lich ver­pflich­tet, die Not­fall­ver­sor­gung zu gewähr­leis­ten. Sicher ist aller­dings, dass die Kos­ten für die Not­fall­ver­sor­gung wegen der zusätz­lich erfor­der­li­chen Ret­tungs­dienst­fahr­zeu­ge und der not­wen­dig wer­den­den Per­so­nal­auf­sto­ckung stei­gen werden.

Unbenannt - 4Ein Wei­te­res haben die Bür­ger­meis­ter bei ihrer Stel­lung­nah­me völ­lig außer Acht gelas­sen: Die Kos­ten für die Errich­tung einer Zen­tral­kli­nik sowie der feh­len­den Infra­struk­tur (Grund­er­werb, Stra­ßen­bau, Park­plät­ze usw.) in Georgs­heil muss zum größ­ten Teil der Land­kreis Aurich tra­gen. Die­ser hat aber schon heu­te kein Geld und muss jedes Jahr enorm hohe Kas­sen­kre­di­te auf­neh­men, um sei­ne Rech­nun­gen über­haupt noch bezah­len zu kön­nen. Und weil das auch noch nicht aus­reicht, erhöht er dar­über hin­aus sei­ne lang­fris­ti­ge Ver­schul­dung um 30 Mio. € allein in den nächs­ten 3 Jahren.

Es gehört nicht viel Sach­ver­stand dazu, zu sehen, dass der Land­kreis Aurich direkt auf eine Kreis­um­la­ge­er­hö­hung zusteu­ert. Und die­se trifft alle Städ­te und Gemein­den glei­cher­ma­ßen und zwingt die­se zu wei­te­ren eige­nen Spar­maß­nah­men. Und bei die­ser Betrach­tung sind die Kos­ten für die Zen­tral­kli­nik und die Schaf­fung der erfor­der­li­chen Infra­struk­tur sogar noch nicht ein­mal berück­sich­tigt. Der Land­kreis darf sich dann aber sicher auch dar­über freu­en, wenn die Mehr­heit der Bür­ger­meis­ter dann auch eine sol­che Umla­ge­er­hö­hung zu Las­ten ihrer eige­nen Gemein­den mit­tra­gen werden.

 …

Auricher Bürgermeister: "Wir werden uns einmischen"

bg_startAurich (on/gfa) – „Am Wil­len der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger wird der Kreis nicht vor­bei­kom­men“. Dies erklär­te Aurichs Bür­ger­meis­ter Heinz-Wer­­ner Wind­horst in einem Exklu­­siv-Wort­laut-Inter­­view der in Aurich erschei­nen­den Ost­frie­si­schen Nach­rich­ten. In der Aus­ga­be vom 17. Febru­ar (Sei­te 5) beton­te Wind­horst, dass er den Kran­­ken­haus-Ver­­­bund UEK Aurich Nor­den für sanie­rungs­fä­hig halte.

Der Ver­bund, mit Stand­or­ten in Aurich und Nor­den, hat­te in den ver­gan­ge­nen Jah­ren bis zu 10 Mil­lio­nen Euro Defi­zi­te p./a. zu ver­zeich­nen.  Der Land­rat des Krei­ses Aurich, Harm-Uwe Weber, ver­trat des­halb die Auf­fas­sung, die wohn­ort­na­hen Kran­ken­häu­ser zu schlie­ßen und gemein­sam mit der Stadt Emden eine Zen­tral­kli­nik in Georgs­heil neu zu erbau­en. Die Kos­ten die­ses Neu­baus belau­fen sich – inklu­si­ve erfor­der­li­cher Infras­­ru­k­­tur-Inves­­ti­­ti­o­­nen – geschätzt zwi­schen 200 und 300 Mil­lio­nen Euro.

Nach Auf­fas­sung Wind­horsts, dro­he durch die­ses Vor­ha­ben dem Kreis eine finan­zi­el­le Bür­de, die die­ser nicht tra­gen kön­ne. Es sei abzu­se­hen, dass mit die­ser Über­schul­dung – die in das Las­ten­buch der neu­en Kli­nik zu über­neh­men sind – einer Pri­va­ti­sie­rung Tür und Tor geöff­net werde.

Wind­horst sprach sich erneut dafür aus, dass das vom der Kreis beschlos­se­ne soge­nann­te „Bre­­de­horst-Gut­ach­­ten“ umge­setzt wer­den müs­se. Der Kreis­tag hat­te sich für rund 2 Mil­lio­nen Euro einen Busi­ness­plan erstel­len las­sen, in dem bis in alle Ein­zel­hei­ten dar­ge­legt wur­de, wie bei­de Stand­or­te in öko­no­misch ver­tret­ba­rer Wei­se erhal­ten wer­den kön­nen. Dabei wur­den nicht nur „schwar­ze Zah­len“, son­dern auch Erlö­se in Aus­sicht gestellt.

JWI A 1079Die Rea­li­sie­rung die­ser vom Kreis­tag vor­ge­ge­be­nen Sanie­rung, ist nach Wor­ten des ärzt­li­chen Direk­tors des UEK-Ver­­­bun­­­des, Dr. med. Egbert Held unter ande­rem auch an den Riva­li­tä­ten in der Kom­mu­nal­po­li­tik (Aurich/Norden) und in der Ärz­te­schaft geschei­tert. In einem ON-Gespräch beton­te Held aus­drück­lich, dass das Pfle­ge­per­so­nal bei­der Häu­ser dem­ge­gen­über vor­bild­lich agiert habe. In ähn­li­cher Wei­se äußer­te sich auch der Geschäfts­füh­rer des Emder Kli­ni­kums, Ulrich Pom­berg in der Emder Zei­tung: „Ego­is­men und Kirch­turm­po­li­tik" habe bei den Defi­zi­ten der wohn­ort­na­hen Kran­ken­häu­ser eine gro­ße Rol­le gespielt. Sowohl Held wie auch Pom­berg spra­chen sich für eine Zen­tral­kli­nik aus.

Wind­horst hielt dem ent­ge­gen, dass es wenig Aus­sicht habe, zwei Kran­ke zusam­men­zu­le­gen und dar­auf zu set­zen, das dar­aus ein Gesun­der wird. Die prak­ti­schen Bei­spie­le im Land­kreis Witt­mund und Leer – mit ähn­li­cher und auch klei­ne­rer Grö­ße wie UEK Aurich/Norden . zei­ge, das wohn­ort­na­he Kran­ken­häu­ser so orga­ni­sier­bar sind, dass sie trotz der struk­tu­rel­ler Unter­fi­nan­zie­rung nicht ins Defi­zit rutschen.

Bür­ger der Regi­on orga­ni­sie­ren der­zeit über das sozia­le Netz­werk „Face­book“ eine breit ange­leg­te Unter­­schri­f­­ten-Sam­m­­lung, die sich für den Erhalt des Kran­ken­haus­ver­bun­des UEK Aurich-Nor­­den ausspricht.

Den Wort­laut des Inter­views ent­neh­men Sie bit­te der gedruck­ten Aus­ga­be der Ost­frie­si­schen Nach­rich­ten vom 17. Febru­ar 2015 (Sei­te 5)…

Meyerholz: Zentralklinik Georgsheil brauchen wir nicht

Der Auricher Hans-Gerd Mey­er­holz kri­ti­siert die Plä­ne für einen Zen­­tral­­k­li­­nik-Neu­­bau in Georgs­heil. Der GFA-Poli­­ti­­ker ist Mit­glied des Kran­­ken­haus-Aus­­­schus­­ses des Krei­ses und des Auf­sichts­ra­tes der Ubbo-Emmuis-Kli­­nik. Er will die jet­zi­gen Kran­­ken­haus-Stan­d­or­­te beibehalten.

In der ein­stün­di­gen Radio­sen­dung "Sonn­tags­ge­spräch" bei Radio Ost­fries­land erläu­ter­te Mey­er­hol­zer am 8.2. sei­ne Grün­de aus­führ­lich. Wer die Sen­dung ver­passt hat, kann hier die Inter­­net-Ver­­­si­on anhö­ren (Zusam­men­schnitt des Wort­lauts ohne Musik­an­teil / ca 29 Minuten)

Auricher Parteien planen Aktion gegen Zentralklinik

Aurich/Emden (gfa/oz) – Par­­tei- und frak­ti­ons­über­grei­fend pla­nen SPD und CDU eine gemein­sa­me Akti­on gegen eine Zen­tral­kli­nik. Dies berich­tet die in Leer erschei­nen­de Ost­frie­sen Zei­tung in ihrer Aus­ga­be vom 5. Febru­ar. Geplant ist am 28. Febru­ar zwi­schen 10 und 13 Uhr ein Infor­ma­ti­ons­stand in der Auricher Fuß­gän­ger­zo­ne. Dort wer­den wahr­schein­lich auch Unter­schrif­ten gesam­melt, heißt es in der OZ.

Ambulantes OP ZentrumDie Auricher SPD-Rats­­frau Eri­ka Bier­mann begrüß­te gegen­über der Zei­tung, dass "jetzt end­lich Bewe­gung in die Sache kommt". Das gel­te auch für den Wider­stand, der sich im sozia­len Netz­werk Face­book for­mie­re.  
 
Eine Grup­pe "Emder Bür­ger gegen ein Zen­tral­kli­ni­kum in Georgs­heil" (1500 Mit­glie­der) und eine ent­spre­chen­de Grup­pe "Auricher Bür­ger gegen…" (500 Mit­glie­der) betrei­ben dort seit rund 14 Tagen einen regen Infor­­ma­­ti­ons- und Erfah­rungs­aus­tausch. Über das sozia­le Netz­werk wol­len sich bei­de Grup­pen auch mit Bür­gern in Nor­den aus­tau­schen.
 
Holger RohlfingAnge­regt hat­te die Unter­schrif­ten­samm­lung der Auricher Hol­ger Rohlfing (GfA). Bür­ger­meis­ter Heinz-Wer­­ner Wind­horst lud Rohlfing dar­auf­hin zu einem fast ein­ein­halb­stün­di­gen Gespräch ein.  
 
"Wind­horst fin­det die Idee einer Unter­schrif­ten­samm­lung aus­ge­spro­chen gut", beton­te Rohlfing gegen­über der OZ. Der  Bür­ger­meis­ter habe bekräf­tigt, für den Erhalt der UEK zu kämp­fen. Die gesam­mel­ten Unter­schrif­ten sol­len in einer öffent­lich­keits­wir­sa­men Akti­on dem Land­rat Harm-Uwe Weber über­ge­ben wer­den.  
 
Aller­dings, so Rohlfing in der OZ, sei er sich mit Bür­ger­meis­ter Wind­horst dar­in einig, dass man sich nicht all zu viel ver­spre­chen dür­fe. Es gehe vor allem dar­um, deut­lich zu machen, wie vie­le Auricher gegen die Zen­tral­kli­nik sind.
 
Nach Infor­ma­tio­nen der OZ hat­te der Emder Rat am Diens­tag (3.2.) über­ra­schend den geplan­ten Beschluss über eine gemein­sa­me Trä­ger­schaft der Zen­tral­kli­nik mit dem Land­kreis Aurich ver­tagt.
 
(Wei­te­re Ein­zel­hei­ten – auch zu den Face­­book-Akti­­vi­­tä­­ten – sind der Ost­­frie­­sen-Zei­­tung (5.2. – Sei­te 15) zu entnehmen).…

Ein Schlips zum Abschied

Der Zwischenruf

von Hans-Gerd Meyerholz

Hans Gerd MeyerholzDer Kon­rek­tor der Real­schu­le – Herr Wolf­gang Ens – hat bei sei­ner Ver­ab­schie­dung ein Bekennt­nis der Stadt zur Real­schu­le gefor­dert und dies "nicht irgend­wann, son­dern jetzt".

Die­se For­de­rung des Kon­rek­tors Ens fin­det mei­ne vol­le Unter­stüt­zung. Viel­leicht hängt die Zurück­hal­tung des Bür­ger­meis­ters, sich noch nicht öffent­lich zur Real­schu­le zu beken­nen, damit zusam­men, dass der Rat vor noch nicht ein­mal 3 Jah­ren mit Zustim­mung fast aller Rats­mit­glie­der eine Eltern­be­fra­gung for­der­te, in der die­se bis zum 31.1.2013 dar­über abstim­men soll­ten, ob die Haupt- und Real­schu­le erhal­ten, in eine Ober­schu­le oder IGS umge­wan­delt wer­den sollen.

Ohne Eltern­be­fra­gung wur­de dann beschlos­sen, die Haupt­schu­le aus­lau­fen zu las­sen und die Real­schu­le als Ganz­tags­schu­le fort­zu­füh­ren. Durch umfang­rei­che Erwei­te­run­gen der Real­schu­le mit Kos­ten von etwa 4 Mil­lio­nen wur­de der Beschluss in den Jah­ren 2013 und 2014 umgesetzt.

Auch wenn die Lan­des­re­gie­rung der SPD/Grünen ein­sei­tig auf die Gesamt­schu­len als Zukunfts­schu­le setzt und die­se "erset­zen­de Schul­form" jede ande­re Schu­le – auch die Gym­na­si­en – schlu­cken kann, gibt es für mich kei­ne Grün­de für die Stadt, sich als Trä­ger der Real­schu­le nicht für den Erhalt ihrer bewähr­ten Schu­le öffent­lich auszusprechen.

Die­se Ent­schei­dung ist für Eltern. die Leh­rer­schaft und die Schu­le ins­ge­samt wich­tig und darf daher nicht hin­aus­ge­zö­gert werden.…

Ein Vorschlag zur UEK

Gesen­det: Mitt­woch, 14. Janu­ar 2015 um 17:51 Uhr
Von: "Hol­ger Rohlfing" <wind-art@web.de>
An: windhorst@stadt.aurich.de
Betreff: Ein Vor­schlag zur UEK

Sehr geehr­ter Herr Bürgermeister,

mei­ne sehr ver­ehr­ten Damen und Herren,

als poli­tisch inter­es­sier­ter Bür­ger ver­fol­ge ich seit gerau­mer Zeit die Dis­kus­si­on um den Kli­nik­neu­bau in Georgs­heil. Ich habe alle mir zugäng­li­chen Doku­men­te (z.B. das zugrun­de lie­gen­de Gut­ach­ten) gele­sen und an ver­schie­de­nen Dis­kus­si­ons­ver­an­stal­tun­gen zu die­sem The­ma teilgenommen.

Auch Dis­kus­sio­nen im Freun­­­des- und Bekann­ten­kreis haben mein Mei­nungs­bild abge­run­det. Dabei bin ich – auch wenn ich aus per­sön­li­cher Erfah­rung nicht unbe­dingt ein bedin­gungs­lo­ser Fan unse­res Kran­ken­hau­ses bin- zu dem Ergeb­nis gekom­men, dass ein Neu­bau in Georgs­heil abzu­leh­nen ist.

 Eini­ge Grün­de hierfür:

  • Das Gesund­heits­sys­tem ist für alle Kran­ken­häu­ser gleich, wie­so machen dann die Lee­ra­ner Kran­ken­häu­ser Gewinn, das Emder und die UEK aber Verluste?

  • Kann ein Neu­bau an die­ser Situa­ti­on etwas Grund­le­gen­des ändern wenn das glei­che Per­so­nal dort weitermacht?

  • Wie­so ist das Bre­de­horst – Gut­ach­ten bis­lang nur unzu­rei­chend umge­setzt wor­den, wo es doch bei Umset­zung aller Maß­nah­men aus­ge­gli­che­ne Finan­zen bis hin zu leich­ten Gewin­nen ver­spro­chen hat?

  • Ist es zuläs­sig, die Zah­len für ein neu­es, deut­lich klei­ne­res Kran­ken­haus mit den Zah­len für die bestehen­den, nicht opti­mier­ten zu vergleichen?

  • Ein Neu­bau in Georgs­heil beinhal­tet auto­ma­tisch, dass die Bewoh­ner in den öst­li­chen Tei­len des Land­krei­ses (z.B. Große­fehn, Mid­dels, Wies­moor) zu ande­ren Kran­ken­häu­sern abwan­dern werden.

  • War­um wur­de eine ost­frie­si­sche Zen­tral­kli­nik in Aurich unter Ein­be­zie­hung von Emden und vor allem Witt­mund erst gar nicht untersucht?

  • Wenn der Land­kreis im letz­ten Jahr nicht ein­mal mehr genü­gend Geld für die Reno­vie­rung des Fahr­rad­stän­ders am Ulri­cia­num hat­te und die Finanz­la­ge für 2014 noch schlim­mer aus­sieht (Aus­sa­ge Käm­me­rin) wie will man dann eine Aus­ga­be im Bereich zwi­schen 200 und 300 Mio stemmen?

Als poli­tisch Inter­es­sier­tem sind mir natür­lich die Mehr­heits­ver­hält­nis­se im Kreis­tag bewusst, bei 58 Mit­glie­dern und davon nur 10 Aurichern liegt es nahe, in wel­che Rich­tung die Ent­schei­dung letzt­end­lich gehen könn­te. Die Ent­schei­dung für einen Neu­bau ist aber eine nur ver­meint­lich ein­fa­che, weil sie rein an den Kos­ten für den Betrieb eines klei­ne­ren Kran­ken­hau­ses ori­en­tiert ist.

Ande­re Kos­ten, wie eine Neu­ord­nung des Ret­tungs­diens­tes, der Ver­bleib der bis­he­ri­gen Infra­struk­tur und die Fra­ge was mit dem Per­so­nal gesche­hen soll, dass gehen muss (nur hier­über wer­den sich nen­nens­wer­te Ein­spa­run­gen erzie­len las­sen) wer­den hier­bei unzu­läs­si­ger Wei­se aus­ge­klam­mert. Den Kreis­tags­mit­glie­dern wird eine Lösung prä­sen­tiert, die ver­meint­lich die Pro­ble­me löst, aber wich­ti­ge Aspek­te außer Acht lässt, wie z.B. auch Erreich­bar­keit oder Akzep­tanz und Attrak­ti­vi­tät des Stand­or­tes (auch und gera­de für Ärz­te). Dass eine Stadt wie Aurich ohne Kran­ken­haus eigent­lich undenk­bar ist liegt auch nahe, lässt sich aber nicht quan­ti­fi­zie­ren oder ander­wei­tig in Zah­len ausdrücken.

Im Land­kreis und in Emden schei­nen die Ent­schei­dun­gen schon gefal­len zu sein, mit der Grün­dung der neu­en Kran­ken­haus­ge­sell­schaft im Janu­ar wer­den schon zusätz­li­che Pflö­cke ein­ge­schla­gen. Was kann man noch tun?

Die CDU hat bereits eini­ge Dis­kus­si­ons­run­den mit inter­es­san­ten Gäs­ten und qua­li­fi­zier­ten Stel­lung­nah­men zum The­ma durch­ge­führt, die SPD hat eine online-Befra­­gung angeregt.

Ich wür­de mir wün­schen, und das ist der Grund die­ses Schrei­bens, dass die Frak­tio­nen des Stadt­ra­tes (alle) unter Füh­rung des Bür­ger­meis­ters Prä­senz in der Öffent­lich­keit zei­gen und mit einem gemein­sa­men Infor­ma­ti­ons­stand und einer gemein­sa­men Unter­schrif­ten­samm­lung in der Auricher Fuß­gän­ger­zo­ne ein ein­deu­ti­ges Zei­chen dafür set­zen, dass wir Auricher bereit sind, für den Erhalt der Klink am bis­he­ri­gen Stand­ort zu kämpfen.…

Großklinik Georgsheil: Befürworter werden weniger

Sigrid-Griesel_BeitragsbildAurich (gfa) – Für den Erhalt der Kran­ken­haus­stand­or­te Aurich und Nor­den hat sich die frü­he­re Auricher Bür­ger­meis­te­rin Sig­rid Grie­sel aus­ge­spro­chen. Im Sonn­tags­ge­spräch bei Radio Ost­fries­land mahn­te sie jedoch an, dass dies nur dann gehe, wenn die Poli­tik end­lich den Mut fin­det, die Struk­tu­ren im Land­kreis Aurich zu opti­mie­ren. Künf­tig wer­den Kran­ken­häu­ser in länd­li­chen Regio­nen auch die Auf­ga­ben der Lan­d­­arzt-Pra­­xen über­neh­men müs­sen. Für die­se gäbe auch im Land­kreis Aurich kei­ne Nach­fol­ger mehr.

Internet-Mitschnitt der Sendung

Gesundheitsreformen schaden dem Bürger

Rats­mit­glied Hen­drik Sie­bolds von der Par­tei "Die Lin­ke" ver­wies in der Sen­dung auf Fehl­ent­wick­lun­gen der bun­des­wei­ten Gesund­heits­re­for­men in den letz­ten Jahr­zehn­ten. Die­se habe zu einer struk­tu­rel­len Unter­fi­nan­zie­rung der kom­mu­na­len Kran­ken­häu­ser geführt. Kom­mu­nal­po­li­tik kön­ne dar­an wenig ändern. Den­noch kön­ne man nicht alles ein­fach zu hin­neh­men. Gefragt sei­en hier vor allem aber auch die Bürger.…

Heißes Eisen: Stadtwerke Aurich

Viele Millionen vom Steuerzahler
Rekommunalisierung gibt es nicht zum Nulltarif

Ber­lin will es, Ham­burg will es – und auch Aurich möch­te die Ener­gie­ver­sor­gung ihrer Bür­ger mit eige­nen Stadt­wer­ken rekom­mu­na­li­sie­ren. Die meis­ten Bür­ger haben dafür viel Sym­pha­tie, denn sie emp­fin­den auch die Ener­gie­ver­sor­gung auch als kom­mu­na­le Auf­ga­be der “Daseins-Vor­­­sor­­ge”. Doch “Bauch­ge­fühl” allein ist nicht immer hilf­reich. Eine sol­che “Rekom­mu­na­li­sie­rung” gibt es nicht zum Nulltarif.

Gleich­wohl gibt es inter­es­san­te Alter­na­ti­ven zu den Auricher Stadt­wer­ken, die unter Umstän­den für Aurich weit­aus ziel­füh­ren­der sein könn­ten. “Ideen­ge­ber” dafür ist kein gerin­ge­rer als das Bun­des­mi­nis­te­rim für Wirt­schaft und Technologie.…

Auricher Haushalt: Nicht sehr populär

Aurich (gfa) – Mit nur drei Gegen­stim­men der GfA-Frak­­ti­on ist im Rat der Stadt Aurich der Nach­trags­haus­halt für das lau­fen­de Jahr geneh­migt wor­den. Bis zu 50 Mil­lio­nen Euro kann die Stadt nun ihr Kon­to über­zie­hen. Not­wen­dig wur­de dies, weil unter ande­rem durch Gewer­­be­­steu­er-Rück­­zah­­lun­­­gen der Haus­halt eine Deckungs­lü­cke von 68,7 Mil­lio­nen Euro auf­weist. Ohne den Nach­tragsghaus­halt wäre Aurich zah­lungs­un­fä­hig geworden.

JWI C 2996Wäh­rend der Rats­sit­zung erläu­ter­te der 1. Stadt­rat Hart­wig Kui­per den Anwe­sen­den, dass es sich bei den Rück­la­gen der Stadt ledig­lich um ein buch­hal­te­ri­sches Zah­len­werk han­de­le, wie sie gesetz­lich vor­ge­schrie­ben ist. Es han­de­le sich dabei nicht um rea­le Geld­wer­te, die anstel­le des nun erwei­ter­ten Dis­po­si­ti­ons­kre­dit von bis­lang rund 20 auf inge­samt 50 Mil­lio­nen Euro ein­ge­setzt wer­den könnten.

Der "Liqui­di­täts­eng­pass" sei auch die Fol­ge einer jah­re­lan­gen Finanz­po­li­tik, die der Stadt einen his­to­risch ein­ma­li­gen Schul­den­berg auf­ge­türmt habe, so Sig­rid Grie­sel, Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de der GfA.

Rats­mit­glie­der der ande­ren Frak­tio­nen war­fen Grie­sel unter ande­rem "Popu­lis­mus" vor. Nie­mand habe vor­aus­se­hen kön­nen, das Ein­nah­men aus Gewer­be­steu­ern zurück­ge­zahlt wer­den müs­sen. GfA-Rats­­mi­t­­glied Hans-Her­­mann Mey­er­holz ver­wies dar­auf, das dies bereits Anfang des Jah­res in der Öffent­lich­keit behan­delt wor­den sei. Für jeden der sich mit dem The­ma befasst habe, sei offen­kun­dig gewe­sen, das eine sol­che Rück­zah­lung dro­he. Als GfA-Kan­­di­­dat für das Amt des Bür­ger­meis­ters habe er stän­dig auf die­se und ande­re Gefah­ren im Auricher Haus­halt hingewiesen. 


Lesen Sie dazu bit­te auch den Wort­laut der GfA-Frak­­ti­on­s­­vor­­­si­t­­zen­­den Sig­rid Griesel.

The party is over


 …